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WERKVERZEICHNIS
zum 1. Internationalen GAIA Symposion
ABERLE, Cornelia Erdsprung Abbildung Seite 78
Benutzbare Erdskulptur (Waldlichtung); ein Erdloch (oberer Durchmesser 3 m, unterer Durchmesser 1,1 m, Tiefe 1,7 m) wurde in Handarbeit ausgehoben und mit einer 1,1 m dicken Heuschicht aus 6 Ballen angefüllt. Von einer am Grubenrand aus dem Aushub errichteten 1 m hohen Erdkuppel konnte man ins Heu springen.
ANTONY, Sylvester & FISCH, Cora Kohlensäcke Abbildung Seite 34
Objekt innen/ außen; Wandbehang aus Jutekohlensäcken mit Abdrücken eines menschlichen Rückens mittels (teilweise gefärbten) Kohlenstaubs; der Behang ist aus 12 Säcken zusammengenäht, die 3 Reihen zu je 4 Säcken bilden (insgesamt ca. 2,5 m mal 3 m). Die zwei oberen Reihen zeigen weiß-blau-schwarz gefärbte Abdrücke, die 4 unteren Säcke zeigen eine Färbungsabfolge weiß blau weiß weiß. Material: Kohle, Kohlenstaub, Farbpigmente, an den Säcken Pappschildchen mit den Aufschriften (von oben links nach unten rechts):
1. Emanation 2. Erdträger 3. Mind-Recycling 4. Empfangen 5. Rätsel des Geistes
6. Transformation 7. Energie 8.Senden 9. Durch die Zerstörung hindurch in - 10. Instabilität 11. Eine Rückkehr zur Natur mit dem voll entwickelten Reichtum des Geistes 12. Auf der Höhe der Zeit.
BEBBER, Claus von & BUROKAS, Albinus Tainishugyo Abbildung Seite 33
Installation am Hang einer Abraumhalde; Erdhöhlen (verstärkt) mit leeren Fässern; Leitern und Stege aus Birkenholz.
BINDER, Patricia Bücher aufspießen - Kultur einfädeln Abbildung Seite 45 folgende
Installation außen (Waldrand), Bücher auf lange, fingerdicke Zweige und Wurzeln gespießt bzw. von ihnen durchbohrt, zum Teil mit Rindenstücken verbunden. Diese Objekte sind mit Hilfe von Wickeldraht und Bindfaden in das Geäst eines toten Baumes eingehängt; teilweise sind Bücher auch direkt auf das Geäst gespießt.
BROERE, Sandra (Gesang) & HASBACH, Ulrike (Tanz) Be-Weg-ung Abbildung
Seite 71
Performance zu Gesang (auf einer Wiese mit Baum) zum Thema der menschlichen Bewegungs- und Entwicklungsmöglichkeiten.
BÜSSE, Dorothee Hexenring - Feenring Abbildung Seite 51
Pilz-Hexenring (kreisförmige Mycel-Wachstumsstelle) unter Bäumen; unter dem Fallaub freigelegt; von einem ca. 7 m über der Ringmitte sich herabneigenden Buchenast werden geknotete Naturbastfäden zu den einzelnen Pilzen gespannt. Im Licht erscheinen die Fäden unter dem leuchtend grünen Blätterdach wie Sonnenstrahlen, die den Erdboden berühren. Sie lassen die Lichtwesen, die Feen, assoziieren. Materialien: Naturbast, Rundhölzer, Kupferhäkchen, Kokosseil, Spannfeder.
BUROKAS, Albinus siehe BEBBER, Claus von
CHRISTOF, Helmut Medizinrad Abbildung Seite 9
Zeremonie/ Installation/ Aktion innen/außen; Gebetsbänder, Steine, Kerzen. Durch Bänder und Steine wird unter Hervorhebung der Himmelsrichtungen ein Ritualkreis markiert; die Aktion ist eine Native American Zeremonie zur universellen Rückbindung der Kräfte der Schöpfung und des sie respektierenden Menschen zur Erde hin.
CÖLGECEN, Günfer & CÖLGECEN, Nilüfer & KOSCIELNY, Volker Terra Incognita Abbildung Seite 11, 13 folgende
abendliche/nächtliche Performance (Innenraum und Wiesenfläche) mit pantomimischen und rezitativen Elementen (Textcollage aus Hesiods Theogonie, Ingeborg Bachmanns Erzählung Undine geht und Johann Wolfgang von Goethes Gedicht In tausend Formen . . .); Diaprojektion innen mit Klanguntermalung; Materialien außen: 4 Fackelherde, Erdaufwurf mit großem Monitor, 2. Erdaufwurf, beide ca. 0,5 m hoch, flache Schale mit Samen, metallene Waschschüssel auf Drahtständer, Schemel mit Tuchüberwurf, Zinkbadewanne mit Wasser.
DIETZ, Madeleine Leben geben Abbildung Seite 64
Installation/Aktion innen; 8 Stahlplatten, getrocknete Erdschollen, Humus aus einem Jutesack.
DIETZ; Madeleine Stahlfenster Abbildung Seite 23
Objekt außen (Wiese); Stahlkasten 60 cm x 40 cm x 30 cm auf eine ca. 2,5 m hohe Stahlstange aufgeschweißt. Die eine Hälfte dieses Fensters ist verschlossen, die andere Hälfte mit Erdstücken zugesetzt.
DOMIDIAN, Karl Rudi (HUNDEFÄNGER) Bündel Abbildung Seite 28
Installation außen (an einer Backsteinmauer); 8 Knüppelholzbündel in ca. 4 m Höhe, 3 Bündel einzeln in Mauernischen und 5 Bündel aufgereiht als Block; die Bündel tragen rote und gelbe Stoffverbände.
DUCK, Wolfgang (bildet mit RITTER, Ariane die Gruppe MAMI 2)
Himmel und Hölle Abbildung Seite 32
Installation außen (Wiese); 2 in West-Ost Richtung aus dem Rasen gestochene Gruben, ca. 40 cm tief und 70 cm breit, zusammen ca. 2 m lang; ausgestochene Grasnarbe in länglichen Quadern (in rechtem Winkel reihenförmig zu den Gruben angeordnet); ultramarinblaues Eisenspan-Kissen und rotes Eisenoxidpulver in den Gruben.
DÜRRNAGEL, Rosvita Heilige Hochzeit - GAIA-Piktogramm Abbildung
Seite 54 folgende
Installation/Aktion außen (Acker, Feldrain); Formation ca. 3 m x 9 m aus flacher, ockergelb ausgestreuter Grube ca. 2,5 m x 2,5 m (nach dem Opferritual mit Brandhaufen), Erdkegel ca. 2,5 m Durchmesser mit Spirale aus blauem Pigment und rotbestreuter Spitze, Kreismarkierung aus Mehl ca. 2,5 m Durchmesser mit 5 sich zum Kegel hin erstreckenden fingerartigen Bahnen, aus Mehl gestreut, ca. 1,5 m lang; Materialien: Mehl, Farbpigmente blau und rot, Metallschale und Dachrinne, Weizensamen, Weizenkörner, Kornährenbündel, Strohbündel, 1 Laib Brot, 2 Heringe, Salz, Trauben, Milch, Honig, Weintrauben/ Rosen, Salbei/ Weihrauch, Blumenerde.
Aktion: Salbei-Brandopfer in der Grube bei Nacht.
EICHER, Margret siehe NOLDEN, Rolf
FISCH, Cora siehe ANTONY, Sylvester
FRIEDRICH; Michael Engelsburg/Sisifus’ Garten Abbildung Seite 79 folgende
Installation außen (Acker/Feld), Performance; Gesamtareal 15 m x 8 m, Grube mit quadratischem Grundriß, Seitenlänge ca. 1,5 m, Tiefe ca. 1,8m, Leiter, Stahlplatte mit 2 Bohrungen (Lichtschacht 1 und 2), Blendenschieber, Photo-Negativmaterial, darüber Förderturm aus Birkenstämmen, 6 m hoch; 3 Tipis aus Birkenstämmen und Leinentüchern, Brunnen; weiteres Material: Hanf, Silofolie, Blei, Eisenrohr, Seide, Koks, Sylvesterraketen, weiße Lilien, Industrie- und natürliche Pigmente, zwölf Bildtafeln.
Im Rahmen der dreitägigen Aktion wird über der Erdkamera noch ein Förderturm aus Stämmen errichtet (die Bilder werden - mit Bezug auf den Ruhrgebietsstandort der Installation - zutage gefördert); die Erde in der Kameragrube wird besungen und mit einem Saxophon bespielt, in nächtlicher Aktion werden die Raketen gezündet.
GLASMEIER, Rolf & ZECH, Carola Herbergen Abbildung Seite 26 folgende
Eisendraht- und Astgestelle, teils giebelartig zusammengestellt, ca. 4 m x 4 m, partiell mit Tuch- und Kleidungsstücken behangen/bespannt.
GOEDECKE-LALIT, Stefan CHRISTUS Abbildung Seite 31
Müll-Assemblage an einer Außenmauer.
GOLLWITZER, Friederike siehe SCHERM, Gerd
HAE MIN, Kim Mutterbrustwarzen Abbildung Seite 41
Installation außen (Wiese); 35 Milchflaschen mit milchiger Flüssigkeit (teil)gefüllt, Ketten aus roten Holzperlen, Monitor mit Bildsequenzen einer Hand, die eine weibliche Brust streichelt.
HASBACH, Ulrike siehe BROERE, Sandra
HAUSMANN, Till Erdtransplantation Abbildung Seite 63
Installation/Aktion außen (Acker); Objekt, insgesamt aus einem Eichenstamm größeren Durchmessers (Teil des Materials für ein Skulpturenvorhaben Hausmanns in Nettetal-Hinsbeck/Niederrhein) herausgearbeitet: sockelartiger Kubus mit einem über ein Eck mittig eingelassenen Glasbaustein; nach oben fortsetzend ein stammartiger Zylinder, der zum Sockel hin halbkugelartig zugeschnitzt ist, ohne die Verbindung zum Sockel in der Mitte zu durchtrennen; Seitenlänge des Kubus/Durchmesser des Zylinders ca. 60 cm, letzterer ist ausgehöhlt und nach oben offen; zusätzliches Material: aus Hinsbeck transplantierte Erde in Säcken, Erdaushub vor Ort (Grube ca. 1m x 1 m x 1 m), quadratische Glasplatte 1 m x 1 m, kreisrunde Glasplatte 60 cm Durchmesser und Dichtungsmasse.
HEISE, Matthias (vergleiche auch RÖHM, Yoyo) Erde gesalbt Abbildung Seite 20
Installation/ Aktion innen; in ein auf dem Boden liegendes gleichseitiges schwarzes Kartondreieck (Seitenlänge ca. 1 m) ist mit Nivea-Creme ein weißer Kreis eingeschrieben, darin steht ein Paar Bergarbeiterstiefel.
Aktion: Salbung der Platte, Aufstellen der Stiefel, dabei Spiel mit Lichtprojektion auf einen Nivea-Ball (ca. 0,5 m Durchmesser).
HELD; Barbara & SCHÜNKE, Ulrich Druck Abbildung Seite 19
Objekt außen; 2 aufrecht mit den Flächen einander gegenüberstehende Stahlplatten, je ca. 1 m x 2 m, in einem Abstand von ca. 30 cm zueinander mittels 4 langen Gewindebolzen und Muttern in Ecknähe miteinander verschraubt. Die Gewindebolzen stehen an beiden Außenseiten weit über; zwischen den Stahlplatten ist Erdaushub zusammengepresst.
HERKER, Angelika Landschaft im Umzugskarton, II 1992 Abbildung Seite 24
Objekt außen; aufrecht stehender Umzugskarton 146 cm x 60 cm x 60 cm, außen bemalt mit Kohlenstaub. Lange dünne Äste durchbohren den Karton waagerecht und stehen zu den Außenseiten über.
HERKER, Angelika Landschaft im Umzugskarton, III 1992 Abbildung Seite 24
Objekt außen; aufrecht stehender Umzugskarton, 146 cm x 60 cm x 60 cm, außen bemalt mit Hochofenschlacke. Getrocknete Grasbüschel durchbohren den Karton.
HEÜVELDOP, Simone Kreuzungen Abbildung Seite 72
Performance/Ritual/Meditationsspiel außen (Wiese) mit einem vorgefundenen Spielplatzobjekt: eine Konstruktion aus 9 Baumstämmen von je ca. 5m Länge in 4 Ebenen A bis D: A ein Quadrat aus 4 Stämmen; B zwei Stämme, die Seiten 1 und 3 einer dem Quadrat A aufliegenden Raute bildend; C zwei Stämme, die Seiten 2 und 4 dieser Raute bildend; D ein Stamm, mittig parallel zu B 1 und 3 auf C aufliegend.
Aktion: Simone Heüveldop vollzieht mit einem Spielmandala aus Baumstämmen, die in ihrer Anordnung in die 8 Himmelsrichtungen und Ebenen des Daseins weisen, einen langsamen Wandlungstanz, einen Balanceakt, der durch Tasten, Sehen und Hören Schritt für Schritt in ein ökologisches Gleichgewicht führt.
HÖFLER; Max Situation III/IV/Network Abbildung Seite 22
Performance mit Videoaufzeichnung und Playback-Sprechtext.
HOFFMANN, Ulrike Transport N.A.O. Abbildung Seite 37
Prozess-Installation außen; 24 Holzstangen à 2,4 m, 12 graue Kartons à 0,5 m x 1 m, Erde. Aus Stangen und Kartons sind 12 Tragbahren-Objekte zusammengefügt und in 3 Reihen à 4 auf der Wiese ausgelegt; auf jeder einzelnen Bahre befindet sich ein Erdhäufchen. Die Reihen werden nach und nach mit mehreren Tagen Abstand zueinander ausgelegt; es bilden sich unterschiedlich weit fortgeschrittene Verwitterungsspuren auf den Kartons.
HUNDEFÄNGER (siehe DOMIDIAN, Karl Rudi)
JÄNNSCH, Ingolf Steine oben Abbildung Seite 29
Installationen außen (Wiese); 26 ca. 2,5 m lange Haselruten, mittig durchbohrte faust- bis tellergroße, teils eher rundliche, teils flache Steine. Die durchbohrten Steine sind den Haselruten in unterschiedlichen Höhen aufgesteckt. Die Ruten sind zu reihenförmigen Formationen in die Wiese gesteckt, die Steine bilden in ihren unterschiedlichen Befestigungshöhen miteinander Bogen- und Kurvenverläufe, biegen die Ruten auch mehr oder weniger zu den Seiten oder gar bis an den Boden nieder. Eine kreisförmige Formation verbindet Ruten zu 14 Paaren; die Spitzen jedes Paares sind zusammen durch einen Stein mit 2 Bohrungen gesteckt.
JÄNNSCH, Ingrid Erdkugelnester Abbildung Seite 47
Installation außen (Acker); ca 1,5 m lange Haselruten, rundliche Kugeln aus Erde geformt von ca. 20 cm Durchmesser. Je 4-6 Ruten sind miteinander zu Zeltgestängen aufgerichtet und kreuzen sich bei ca. 2/3 ihrer Höhe. In die dort sich bildenden Nester sind die Erdkugeln gelegt. Drei solcher Gestänge mit je einer Kugel stehen nebeneinander im Acker.
JOSCHER, Cheryl Mutterpaß Abbildung Seite 42
Installation innen; flacher Gras-/ Heuhaufen von ca. 3 m Ausdehnung, Fotokopien der Aufnahmen verschiedener Mutterpässe; diese sind zu einem Mantel zusammengenäht und über dem Grashaufen ausgebreitet.
JOSS, Cornelia Erde 2000? Abbildung Seite 26
Installation außen (Wiesenrain); 7 Baumwurzelstöcke, mit Hochdruckwasserstrahl gereinigt, werden umgekehrt in eine mit Asche bestreute Dreiecksfläche (etwa gleichmäßige Seitenlänge von ca. 2,5 m) gepflanzt.
KANTIG, Sonja Maria
Rückbindung - Achte Himmel und Erde, auf daß es Dir wohlergehe Abbildung Seite 52
Installation/Aktion außen; eine quadratische Grube von ca. 0,5 m x 0,5 m inmitten eines kleinen Kreises von ca. 2 m Durchmesser, konzentrisch dazu zwei in die Grasnarbe eingestochene, nahe beieinander verlaufende Kreise von ca. 6 m und 6,5 m Durchmesser; innerhalb dieser Kreise markieren 4 quadratische Grasnarbenaushübe von je ca. 0,5 m Seitenlänge die Himmelsrichtungen; jeweils 45 Grad innerhalb der Kreise dazu versetzt markieren 4 Baumscheiben die Weltrichtungen; 3 weitere Baumscheiben bilden ein Dreieck in ca. 6 m Distanz; auf seiner Basislinie befindet sich ein quadratischer Grasnarbenaushub. Das Dreieck ist über die imaginäre Linie, die 4 weitere quadratische Grasnarbenlöcher bilden, mit der Kreisformation verbunden.
Aktion: rituelle Rückgabe entnommener Bodenschätze (Kohle und ein Diamant) und örtlicher Pflanzenfrüchte an die Erde in der Grube.
KANTIG, Sonja Maria
Rückbindung - Geburt jeden Augenblick auf’s Neue Abbildung Seite 51
Installation/Aktion außen (lichter Platz im Wald); Stöcke/Aststümpfe, Akazien-Baumscheiben, weiße Teller, getrocknetes Laub, Sägespäne;
Aktion: die Elemente werden in Form einer 8 inmitten einer Baumgruppe installiert; die Bäume dieser Gruppe stehen so, daß sie ein Dreieck und ein Quadrat bilden; die Installation wird unter Anwendung ritueller Gesten eingerichtet; Kern des Rituals ist die symbolische Rückgabe von Bodenschätzen (Holz) an die Erde.
KOSCIELNY, Volker siehe CÖLGECEN, Günfer & Nilifer
KOLLEWIJN, Wijnand Wucherungen Abbildung Seite 44
Installation (Aktion) außen (Hausmauer); ausladendes einteiliges Geäst von ca. 7 m Länge, entrindet, von ca. 6 m Höhe aus nach unten an der Außenwand in leichtem Bogen zum Boden hin geneigt befestigt.
KOLLEWIJN; Wijnand Steinschweigen Abbildung Seite 43
Installation/Aktion innen; ca. 500 faust- bis tellergroße, auch längliche, gebrochene, zerfurchte Flußsteine verschiedener Färbung;
Aktion: Die Steine durchlaufen auf dem Fußboden während mehrerer Tage unterschiedliche Formationen, die schließlich in eine Formation münden, die in Variation einer S-Form (Durchmesser ca. 4,5 m) vier Spiralarme bildet (worin Steine teilweise gemäß ihrer Größe und/oder Farbe zusammengelegt sind). Im Zentrum der Formation bleibt eine Fläche in Form eines liegenden menschlichen Körpers frei. Zum Abschluß legt sich Kollewijn nackt, den Körper mit Naturfarben in Analogie zu den Steinen bemalt, in diese Aussparung. Die Kräfte der Steine wirken sich auf den eingebetteten Menschen energetisch aus.
KRECKEL, Reinhard Erdnährung Abbildung Seite 42
Objekt/Installation innen; 4 zu einem kugelförmigen Gebilde (ca. 1,5 x 1,5 m) ineinander verschränkte Bandstahlringe (Querschnitt 0,3cm x 3 cm); das Gebilde steht auf einem hell-beigen Steinfußboden; über dem Objekt und dem Boden liegt eine 1,8 m x 2,7 m große Projektion eines menschlichen Mutterkuchens.
KRECKEL, Reinhard & SERING, Uwe Dienel
Eisenspuren/Erdklangbilder Abbildung Seite 66
Photographische Impressionen aus dem Hochofen- und Stahlwalzwerk Henrichshütte in Hattingen. Originalton der Arbeitsabläufe dient als Grundlage musikalischer Arrangements, die wiederum der Bildabfolge zugrunde gelegt werden.
LEUCHTSTOFF (siehe MÄDER, Peter)
MÄDER, Peter (LEUCHTSTOFF) Stufenweise Abbildung Seite 37
Installation außen; gemauerte Sandsteintreppe mit Erde belegt und mit Sämereien (Gras, Kresse, Kräuter, Blumen) bepflanzt, Blumenerde wird aufgestreut.
MAMI 2 (siehe DUCK, Wolfgang & RITTER, Ariane)
NEUSER, Renate Rückgaben Abbildung Seite 36
Installation außen (Acker); flache Grube ca. 4,5 m x 3 m, darin 13 weitere Vertiefungen mit je einem aus Erde, Gras/Zweigen, Blättern, Erdpigmenten, Kleister und Ponal geformten Objekt. Die Objekte geben folgende (Grund-)Formen wieder:
1. abgerundet rechteckiges Objekt mit zwei Stutzenöffnungen und Längsgrat, ca. 60 cm; 2. mit der Spitze nach oben stehendes Tortenstück, ca. 30 cm; 3. Rinne mit Fächern, ca. 60 cm; 4. Leiter, ca. 65 cm; 5. gleichseitig dreieckige Profilform, Seiten ca. 40 cm; 6. Vase/Krug (henkellos) auf rundem Sockel, ca. 35 cm; 7. Rad, ca. 40 cm; 8. Profilform: ein Quadrat karoförmig in ein zweites eingeschrieben, Außenseiten ca. 40 cm; 9. Topf/Schüssel, ca. 30 cm; 10. Vierkantstab mit runden Durchbohrungen, ca. 100 cm; 11. brückenartig geschwungene Rinne, ca. 75 cm; 12. Schachtelobjekt, einen rechten Winkel bildend, mit Fächern, Seiten ca. 30 cm; 13. rechtwinklig-längliche Platte mit aufgesetzten, offenen Fächern, ca. 70 cm x 25 cm x 12 cm.
NEY, Dina Dorothea Landschaft Abbildung Seite 25
Installation außen (Waldrand); halbkreisförmige Brikettmauer (ca. 1 m hoch, Radius ca. 3 m), links und rechts an einen Baum ansetzend, eine Mulde umschließend; ein Baumpflanzling in der Mitte der Mulde.
NOLDEN, Rolf & EICHER, Margret Transformation Abbildung Seite 38
Bodeninstallation im Rheinpark; 2 parallele, alternierende Proportionsabläufe von Rolf Nolden (Erdflächen/ Rasenflächen, Gesamtmaß 2,7 m x 31,35 m); je 12 Segmente im Verhältnis 2 zu 3 wachsend, auf das Anfangsmodul (0,15 m x 1,35 m) gerundet. Das zwölfte Segment mißt folglich 10,5 m x 1,35 m (70 Anfangsmodulen entsprechend). Die Erdflächen entstehen durch Wegnahme der Grasnarbe in Modulgrößen, die sämtlich von Margret Eicher zu einem Labyrinth (rechtwinklige Spirale, in eine offene Form übergehend, Gesamtmaß 6,3 m x 10,5 m) gelegt werden.
OHLER, Crischa Fossil fragil Abbildung Seite 67
Körper-, Masken- und Objektperformance. Eine Frau durchläuft im Sand der Zeit evolutionäre Stadien vom Reptil zum menschlichen Wesen.
QUAST, Brigitta C. Hasenopfer Abbildung Seite 53
Installation außen (Wiese). Ein toter Hase liegt ausgestreckt im Zentrum eines imaginären liegenden Kreuzes, dessen Enden durch längliche Carrés aus Blumenschmuck (Fleißige Lieschen) markiert sind.
QUAST, Brigitta C. Gärten Abbildung Seite 76
Installation außen (Wegesrand auf einem ehemaligen Zechengelände); zwei durch eine längliche Pfütze verbundene Kreisformen mit Blumenschmuck, Gesamtformation ca. 1,5 m x 5 m; Materialien: Lavendelstauden, Holzasche, Kohlenruß, Fünffingerstrauch, Sand, Steine vom Weg, Blattgold.
RITTER, Ariane (bildet mit DUCK,Wolfgang die Gruppe MAMI 2)
Steinspirale Abbildung Seite 39
Installation außen; ca. 130 Pflastersteine auf einer Wiese zu einer Spirale ausgelegt, genutzte Grundfläche ca. 6 m x 6 m.
RÖHM, Yoyo/ HEISE, Matthias Philosophen Abbildung Seite 12, 65, 82 folgende
Performance/Videoinstallation; Röhm verliest chronologisch die Geburts- und Sterbedaten von Philosophen zwischen dem 7. Jahrhundert vor Christus bis 1984 (Liste erstellt von Heise); bei Sterbedaten nimmt er jeweils kurz seinen schwarzen Hut ab. Röhm erhebt sich zum Schluß und geht; zurück bleibt der leere Stuhl vor dem weißen Wandhintergrund.
ROSENSTOCK, Fried Stollen Abbildung Seite 73
Installation außen/ nnen; 1 : 10 Holz-Hartfaser-/Plexiglasmodell eines kurzen Stollens von ca. 8 m Länge mit Vorraum und Eingangsbereich, aufgestellt innerhalb des Originals, das in eine Halde hineingebaut ist. Im Originalstollen befindet sich neben Müllresten auch eine mumifizierte Katze. In der bewaldeten Umgebung lagen Berge von Müll, die der Künstler eigenhändig abtransportierte und entsorgte. Ein nicht mehr leserliches, verrostetes Eisenschild mit Eisenpfahl wurde vom Künstler mit Lageplan der Installation und Kennzeichnung bemalt und am Waldrand/ Zugangspfad aufgestellt; es war Teil der Installation. Am Ende des Stollens stand während des Symposions eine Laterne, die das Innere des Stollens beleuchtete.
Der Stollen diente wahrscheinlich während des Zweiten Weltkriegs als Unterstand.
SCHAMP, Matthias Luftzug Abbildung Seite 74
Objet perdu (Ort: locker bewachsenes ehemaliges Zechengelände); ein ehemaliger überirdischer Übungsstollen; eine zunächst brennende Kerze, ein Luftzug.
SCHAMP, Matthias Ein-Ton-Sinfonie „Fall einer Frucht“ Abbildung Seite 77
Objet perdu (Ort: Mischwald); unreifer Apfel am Ast eines Baumes, lotrecht darunter installierte geschlossene Blechdose.
SCHAUBERGER, Anna Wurzelstele - Grass of Silence Abbildung Seite 44
Objekte außen:
a) alraunenartiger Stamm, durchschnittlich 20 cm stark, entrindet, geweißt, ca. 2,5 m hoch, im Wiesengelände mit Hilfe einer stützenden Krücke aus Eisen aufgerichtet. Das Objekt steht innerhalb eines Quadrates, das durch um vier Pflöcke gespanntes Band markiert wird (die Verspannung befindet sich in einer Höhe von ca. 50 cm über dem Boden). Integriert in das Objekt - in den Boden eingelassen - ist ein Endlostonband mit dem menschlichem Herzschlag.
b) Gesteck aus Heidekraut, Gräsern und Blumen, das an einen ca. 80 cm hohen Hydranten gebunden ist und diesen fast vollständig verdeckt.
SCHERM, Gerd & GOLLWITZER; Friederike Erdwächter Abbildung Seite 58 folgende
Installation außen (Wiese); auf einem Areal von ca. 45 m (Nord-Süd) x 35 m (Ost-West) eine Formation aus 25 spiralförmig angeordneten Totems (Zeichen), dazu 4 stärkere und höhere Pfähle (Beschützer) als Markierungen der Himmelsrichtungen; im Zentrum der Installation eine Grube (Durchmesser 30 cm, Tiefe 30 cm) mit in der Erde eingelassenem Spiegel, von Steinen umsäumt.
Die einzelnen Totems und verwendeten Materialien:
Beschützer Süd
rotgefärbte, angespitzte kurze Ästchen, die stachelartig in den Pfahl eingesetzt sind und horizontal abstehen, mit roten Tuchstreifen und einem Widderschädel als oberem Abschluß
Beschützer Ost
rostige Eisenscheibe (Durchmesser 40 cm), dahinter kurzer Holzstiel mit schwarzgefärbtem Sensenblatt, darauf Messingröhre (Länge 1 m) und einem Wasserbüffelhorn als Abschluß
Beschützer Nord
Astgabelung mit je einem aufgesteckten Kuhhorn an den sieben Enden, darunter ein mit Stroh ausgestopfter Springbockbalg
Beschützer West
Seile, rote Farbe, an einem großen Zimmermannsnagel aufgehängte Teile eines Ochsenjochs, am oberen Ende Stierunterkiefer mit einzelnen roten Tuchstreifen
Die Zeichen von innen nach außen:
Stammeszeichen
2 Pergamentstücke am Pfahl, 2 Zweige über Kreuz mit Schnur gebunden, an den 4 Enden je eine Adlerfeder
Erdzeichen
Bänder bis in Bodennähe in verschiedenen Brauntönen
Wasserzeichen
Bänder über die oberen zwei Drittel des Pfahls in verschiedenen Blautönen
Feuerzeichen
Bänder über die obere Hälfte des Pfahls in Rot- und Gelbtönen
Luftzeichen
Gelbe Bänder an der Spitze des Pfahls
Lichtzeichen
Pfahl mit 32 cm hohem Spiegel-Obelisk als Abschluß
Heilzeichen
Astgabel, mit Verbandsmull am Pfahl befestigt, die 6 Enden ebenfalls mit Mull umwickelt
Mondzeichen
Pfahl mit silberner Metallscheibe (Durchmesser 25 cm) an der Spitze, daran zwei Silberbänder
Steinzeichen
schrägstehender Pfahl mit Granitsteinpendel und 6 einzeln aufgehängten Schieferplättchen
Vogelzeichen
5 Gänseflügel, alle in eine Richtung weisend, am oberen Ende
Heimatzeichen
4 Äste, zu einem Quadrat gebunden, Schnurumwicklung am Pfahlende
Wortzeichen
weiße Stoffbänder, bestempelt mit den Aufschriften Utopie: wir-wir-wir, Transkription: ich-ich-ich, Regression: du-du-du, Transformation: ich-du-wir
Trauerzeichen
Pfahl mit schwarzen Tüchern umwickelt
Traumzeichen
Pfahl mit blau-schwarz-rot-orange-gelbem Anstrich, golden aufgemaltem Schlangensymbol im schwarzen Abschnitt, Bündel trockener Mohnblüten in Höhe des blauen Abschnitts angebunden
Feenzeichen
3 hellblaue Seidenfahnen an der Pfahlspitze
Visionszeichen
Kupfermaske in Vogelkopfform mit Spiegelaugen, 2 Adlerfedern, darunter Schnüre mit Kupferdreiecken (als Windklangspiel)
Kraftzeichen
Schwarzer Pfahl, am oberen Ende mit weißer und roter Zone (in diesem Bereich mit Zeichen bemalt), rote Stoffumwicklung an der Spitze, mit einer Adlerfeder
Tierzeichen
Schaffell, verschnürt, Schafschädel an der Spitze
Freudenzeichen
hängender Strohreif mit bunten Stoffbändern
Erntezeichen
strohumflochtener Quersteg mit gelben Bändern
Geistzeichen
Fuchsschädel mit Fuchspelz an Spitze und im oberen Bereich
Klangzeichen
4 horizontale Querstäbe; von oben nach unten sind 1 und 3 gegenüber, 2 und 4 um 90 Grad versetzt ausgerichtet, 1 mit gelben, 2 mit roten, 3 mit violetten, 4 mit blauen Tuchumwicklungen, alle mit Kugelschellen behangen (insgesamt ca. 30)
Baumzeichen
Buchsgebinde, mit Tüchern in verschiedenen Grüntönen an der Spitze befestigt
Sonnenzeichen
vergoldetes Kreissegment an der Spitze, darin eingesetzt 13 vergoldete Zweige als Strahlen
Liebeszeichen
Doppelzeichen, Pfähle (Abstand ca. 40 cm) an der Spitze mit weißem beziehungsweise schwarzem Tuch umwickelt, rote Tuchstreifen umwinden und verbinden die beiden mehrfach kreuz und quer.
SCHIRMER, Günter M. Erdpresse Abbildung Seite 20
Objekt außen (gepflasteter Hof); Gestell mit waagerecht arbeitender Schraubzwinge (ca. 1,5 m lang und 1 m hoch); darin an den Polen eingezwängt ein Erdball (luftgefüllter Kunststoffball mit Globusaufdruck), dessen Kugelform durch den Druck leicht deformiert wird.
SCHIRMER, Günter M. Venus von Willendorf, besamt Abbildung Seite 40
Objekt außen (Wiese); liegende, voluminös proportionierte Frauenfigur (in Anlehnung an die altsteinzeitliche Kalkstein-Statuette der Venus von Willendorf), ca. 2,5 m lang; Korpus aus dunkler Erde auf Holz/Draht-Konstruktion; diese ist mit hellem Grassamen bestreut und zeigt bereits erstes sprießendes Gras.
Ergänzend zeigt eine Vitrine kleine afrikanische Skulpturen und Masken, alraunenartige Wurzeln, Willendorf-Figuren auf Stroh, Steine und Drusen (sämtlich Fruchtbarkeitssymbole).
SCHÜNKE; Ulrich siehe HELD, Barbara
SERING, Uwe Dienel siehe KRECKEL, Reinhard
SHUN, Yuan Dinner for what? Abbildung Seite 31
Installation außen (Wiese); auf einem Areal von ca. 20 m x 20 m sind ca. 20 Lebensmittel - Aluminiumschalen unregelmäßig verteilt; diese sind gefüllt mit Eierbriketts und menschlichem Haar, teilweise mit zerknüllter Klarsichtfolie kombiniert. Einzelne Schalen sind umgekippt, ihr Inhalt ist verschüttet; andere Schalen sind verbogen und zusammengeknäuelt.
SHUN, Yuan Wann ist das letzte Abendmahl? Abbildung Seite 30
Objekt außen (Wiese); einem Findling von ca. 2 m Höhe ist eine annähernd ovale Kappe (Durchmesser ca. 1 m) aufgesetzt: Zwei oval-ringförmige Rundhölzer sind mittels kurzer vertikaler Rundhölzer zu einem rundkäfigartigen Objekt verstrebt, das mit weißem Leinentuch bespannt ist. Das Tuch ist zusätzlich mit weißer Farbe behandelt und mit Kreppbandstücken beklebt. Aus den gleichen Materialien ist analog dazu ein Deckel konstruiert, der dem Ovalgebilde aufliegt.
SHUN, Yuan Arche Noah Abbildung Seite 32
Objekt innen; ovale Stahlblechwanne von ca. 1m Durchmesser mit öffnungsartigem Ausschnitt in einer Längsseite; innen eine pferchartige Konstruktion aus 4 Holzpflöcken und Bindfaden, von Erde, Erdklumpen und Haarbüscheln umgeben.
SHUN, Yuan The report from GAIA Symposion Abbildung Seite 84
Objekt innen; Haare und Unterschriften der Symposionsteilnehmer-innen auf einem weißen Papierbogen unter Glas gerahmt.
TRZASKA, Doris Natur und Technik Abbildung Seite 21
1. Aktion und Videofilm Heimat, Vorführung als Endlosband im Foyer der Kulturgut Akademie;
2. Aktion/Installation außen (Wegesrand); Arrangement einer Reihe aus 10 weißen DIN A 2 Bögen; diese sind grün flächig aquarelliert und mit schwarzen Werkzeugsilhouetten (landwirtschaftliche Geräte wie Hacken, Sensen, Sägen) überzeichnet; die Originalwerkzeuge liegen teilweise auf und neben den Bogen.
VOGT, Ike ich bete in die erde Abbildung Seite 53
Installation außen (Wald). Eine kreisförmige Erdfläche von 2,5 m Durchmesser ist unter Bäumen freigelegt. Darauf sind 4 Rauten aus Ruhrsandstein zu einer großen Raute mit kreuzartigem Zwischenraum arrangiert. Auf der nach Osten ausgerichteten Raute ist der Schriftzug ich bete in die erde eingraviert. Acht Kreise, ausgelegt mit vor Ort gefundener roter Erde, sind gleichmäßig konzentrisch zur Peripherie der Erdfläche angeordnet.
WALDSCHMIDT, Rainer Wurzelstelen Abbildung Seite 46
Objekte außen (Wiese):
a) An den Enden spitz zugeschnitztes, insgesamt schaftförmiges, entrindetes Holz(stamm)objekt mit vorkragendem Ring bei 2/3 der Länge (von ca. 1,5 m); mit diesem Ring auf 4 Stahlstangen aufgesetzt, somit über dem Boden schwebend eingehängt. Das Holzobjekt war das obere Stück eines abgestorbenen, aber noch in der Wiese verwurzelten Baumstammes.
b) Das stehengebliebene untere Stammstück ist wie das abgetrennte Stück entrindet worden und bildet ein Pendant zu dem in der Nähe aufgestellten Objekt a).
WERNER, Thomas Zwischendurch Abbildung Seite 75
Installation außen (Park); 13 ca. 4,5 m hohe Metallstangen mit leuchtend rot gefärbten Spitzen sind über etwa 150 m zu einer Reihung angeordnet und machen auf die Eigenform der Parkwald-Lichtung aufmerksam.
WINKLER, Insa Parkzombie Abbildung Seite 23
Objekt außen; ca. 0,5 m x 1 m; knäuel-/ wurzelartig ineinandergewundenes Stahlrohr (Baustahl), orange-rot bemalt. Im Zentrum des Gebildes ist ein Raum freigelassen, in den eine kleine Pflanze gesetzt ist. Das Objekt fungiert somit als Wall/ Begrenzung um die kleine Pflanze herum.
WOLDSEN, Inken N. Außeninstallation Zeche Rheinelbe, Gelsenkirchen 1992/ Gelsenkirchner Tücher (Abbildung: Gelsenkirchener Tuch XXVII/92) Abbildung Seite 34 folgende
Installation außen/innen; längliche Erdgrube ca. 1,8 m x 0,7 m, 0,5 m tief; gebrauchte Atemschutzfilter, weiße Baumwolltücher, Draht.
Die Filter werden in die Tücher gewickelt, diese mit Draht verschnürt, nebeneinander in der Grube aufgereiht und eingegraben. Nach einigen Wochen werden sie wieder ausgegraben; die Tücher mit einander durchdringenden Rost- und Erdspuren werden als dokumentierende Bilder ausgestellt.
ZECH, Carola siehe GLASMEIER, Rolf
ZINS, Günther Strahlen Abbildung Seite 47
Installation außen; 6 Aluminiumstangen von je 6 m Länge, eine Straßenlaterne; die Stangen sind schräg aufwärts und abwärts weisend durch das leere Laternengehäuse gesteckt.
GAIA-Symposion - Eröffnungsansprache
Liebe Gäste und Akteure des Ersten Internationalen Gaia Symposions!
Stellvertretend für alle Mitarbeiter und Mitstreiter der Kulturgut Akademie begrüße ich Sie und Euch herzliche und wünsche uns allen eine intensive, anregende schöpferische und wirkungsvolle Zeit -
eine Zeit des Erlebens, des Fragens, des Rätselns und des Verstehens, der Kommunikation, der Freude und Trauer, eine Zeit des Lebens, des Fühlens und Denkens, des Nehmens und Gebens, des Bittens und Dankens und des gemeinsamen Schaffens und Feierns.
Ein Fest für Mutter Erde, für Gaia - wir sind betroffen - als Menschen.
Die Windmühlen der Geistlosigkeit versuchen uns seit vielen Jahren in das verantwortungslose Zermahlungssystem spriritueller, humanistischer und ökologischer Werte einzubeziehen - und haben dabei leider oft genug Erfolg.
Die Vernetzung letztendlich aller Systeme irdischen und natürlich auch kosmischen Daseins ist Grund einerseits für die Wirksamkeit der außer Kontrolle geratenen Folgen menschlichen Handelns, der weltweiten Zerstörung und Ausbeutung der Erde, ihres Lebens und Geistes. Andererseits ist die genannte Vernetzung aber auch die Chance für ein gezieltes, bewußtes Gegensteuern zu dem jeder Einzelne, wir alle aktiv beitragen können.
Sie glauben nicht an die globale Wirksamkeit ihrer so geringen individuellen Kräfte?
Sie wissen aber um die Effektivität homöopathischer Medikamente, deren Wirkstoffanteil in der Gesamtlösung ebenso verschwindend gering scheint! Und dies ist unser Ansatzpunkt.
Das Wissen um die globale Vernetzung macht uns Mut, Nadeln zu setzen - die Nadeln des Geistes zur Genesung des Systems - erspürbare innere Wirkung und sichtbare, greifbare, hörbare ja vielleicht sogar schmeck- und riechbare äußere Manifestationen.
Das Erste GAIA-Symposion - das heißt die von weit her angereisten und noch anreisenden Akteure wollen daran arbeiten und mit künstlerischen, spirituellen und wissenschaftlichen Mitteln, Ergebnissen und Fragen ihren Beitrag zu dieser Genesung leisten und Hoffnungsträger sein. Die Prozesse, Gedanken und Werke sollen sodann verbreitet werden und neue Aktionen herausfordern.
Weltweit gibt es viele Keimzellen des Engagements für Gaia, Hoffnungsträger, deren Aktionen für uns ebenso wertvoll sind, wie die unseren für sie. Sie leben und arbeiten in allen gesellschaftlichen Bereichen - in Kultur, Wirtschaft, Politik, Sozialwesen und sogar Militär - die Effektivität steigt mit der Vernetzung eben all dieser Bereiche und Kräfte.
Kommunikation ist angesagt - das Schubladendenken hilft uns nicht weiter, ebensowenig aber scheinbare Kompromisse.
Um näher in Details und das Ganze zu gehen ist in den nächsten Wochen hoffentlich fruchtbare Zeit. - Ich möchte mich heute hierauf beschränken:
Gaia ist sensibel - physich und psychisch - wir sind ein Teil von ihr und deshalb ist es auch unser Vergnügen und unsere Aufgabe, zu ihrer und unserer Heilung selbst beizutragen, der Angst oder Trauer mit Geist und Lebensfreude zu begegnen und gemeinsam zu feiern - Ein Fest für Mutter Erde.
Reinhard Kreckel, Kulturgut e. V., 29. August 1992
IRDISCHE KÜNSTE. Eine Einführung von Thomas Schmidt.
GAIA - Ein Fest für Mutter Erde: Unter diesem Motto luden die Akademie für lebendige Kunst und Kulturgut e.V. in Zusammenarbeit mit den Städten Essen, Bochum und Gelsenkirchen für den Herbst 1992 weit mehr als hundert Künstler und Naturwissenschaftler, Zukunftsforscher, Philosophen und Schamanen nach Gelsenkirchen ein. Begleitet von Vorträgen, Musik- und Festveranstaltungen sowie vor Ort erarbeiteten Performances entstanden auf dem Mechtenberg in Essen-Kray, auf Feldern des Bauern Ridder in Bochum-Wattenscheid und auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Rheinelbe sowie im angrenzenden Rheinelbe Park in Gelsenkirchen-Ückendorf im Zeitraum von sechzehn Tagen Werke der bildenden Kunst, der Performance Kunst und der Medienkunst, deren Mehrzahl in diesem Buch nachbetrachtend vorgestellt werden soll.
GAIA als Mutter Erde - die Begriffsverbindung suggeriert eine matriarchalische Urphase, einen Zustand ohne maskuline Ratio, ohne Herrschaft eines materialistisch-positivistischen Wissenschaftsbegriffs, ohne Zweckorientierung und Ressourcenausbeutung, einen Zustand der Unschuld. Eine Kritik der technokratischen Entwicklung, die die westlich-abendländische Zivilisation zunehmend zu bestimmen scheint, war also maßgeblich Thema und Tenor des Symposions.
Reinhard Kreckel betonte in seiner Eröffnungsansprache, es gelte gegen „das verantwortungslose Zermahlungssystem der spirituellen, humanistischen und ökologischen Werte“ anzugehen, jene „um sich greifende Vernetzung allen Daseins, die Grund für die Wirksamkeit der außer Kontrolle geratenen Folgen des menschlichen Handelns“ sei, quasi im Gegenzug für die „psychische und physische Genesung GAIAs“ zu nutzen, also in möglichst übergreifender Weise von künstlerischer Seite aus „Heilzeichen für das bedrohte Natursystem“ zu setzen; für jenes langfristig selbstorganisierende Natursystem, das James Lovelock (ebenfalls unter der Bezeichnung GAIA) als übergreifenden Organismus beschrieben hat (1).
Kunst trat demnach während des Symposions - neben ihrer ästhetischen Intention - als Mittel der ökologisch - gesellschaftspolitischen Bewußtseinsbildung auf. Das Symposion beabsichtigte allerdings nicht die Erstellung eines ideologisch bereinigten Gesamtkunstwerks; vielmehr sollte ein Spielfeld der Assoziationen und Standpunkte zur Verhältnisbestimmung Mensch - Natur eröffnet werden, in dem kritischer Blick und Ironie von jeglicher Seite erwünscht waren. Und zur Ironie herausfordernde Zwiespältigkeiten enthielt bereits der Symposionstitel: Findet das Bild der unschuldigen Mutter Erde seine Entsprechung in Gaia, der Erde des griechischen Schöpfungsmythos?
Schlecht beraten scheint zunächst, wer das Attribut der Unschuld ausgerechnet an die griechische Tradition anbinden wollte, an jene also, die verdächtigt wird, das maskulin-rationale Prinzip im Abendland begründet zu haben. Nach Hesiods Überlieferung (2) entsteht Gaia - ebenso wie nach ihr Nacht und Tag - aus dem Chaos, dem leeren Raum. Sie schöpft aus sich heraus Uranos, den erdumschließenden Himmel, später durch Vereinigung mit dem männlichen Himmel unter anderem Okeanos, Kronos und die Kyklopen sowie Kottos, Briareos und Gyes: Sinnbilder des Winters und seiner Stürme. Zugleich ist dies die Geburt elementarer Konflikte: Kronos haßt von Anbeginn seinen Vater Uranos; Uranos mißfallen seine Kinder Kottos, Briareos und Gyes, die er in den Tiefen der Erde gefangensetzt. Gaia stiftet daraufhin Kronos zum Vatermord an und stellt ihm das eiserne Mordwerkzeug zur Verfügung. Kronos erschlägt Uranos; aus dem Schaum seines abgetrennten Glieds, das in den Ozean fällt, entsteht Aphrodite - und die Schöpfung geht weiter.
- Ein unschuldig matriarchalischer Zustand existiert demnach nur, wenn man die Schöpfung an einem sehr frühen Punkt abbricht, reduziert, nicht zu Ende denkt. Eine entfaltete Schöpfung kennt in der griechischen Mythologie weder Unschuld noch ein rein weibliches Prinzip: in Gaia ist Uranos enthalten - und auch das eiserne Mordwerkzeug, dessen Einsatz Gaia empfiehlt. - All dies gilt zumindest laut Hesiod, der für die Überlieferung des Namens Gaia maßgeblich ist. Nicht ausgeschlossen ist dadurch allerdings eine vorhellenische volkstümliche Phase der Erdverehrung, in der die Erdgottheit in Griechenland - regionale Varianten einmal außer acht gelassen - mit der Lallsilbe Ga angerufen wurde.
Wenn eine umfassende altgriechische Religion der Terra Mater auch umstritten ist, so zeigen Lobpreisungen der Erde als nährendes und hegendes Element, wie man sie etwa bei Homer, Aischylos oder Euripides findet, Spuren solcher Anrufungen (3). Weltweit spiegeln sich ähnliche Verehrungen in zahlreichen Mythen, die die Erde als gnädig-mütterlich stilisieren. Mircea Eliade nennt unter anderem den Glauben der südamerikanischen Yaruro, die ein fernes Mutterland als eigentliche Heimat und Ort der Sehnsucht kennen, den Sprachgebrauch der Armenier, die die Erde als Bauch der Mutter, aus der die Menschen hervorgehen, bezeichnen, sowie Beispiele von Peru bis Indien, nach denen die Erde als Mutter Erde apostrophiert wird (4). Dort überall ist Gaia unter verschiedenen Namen Ursprung und Lebensspenderin, der man bei Jagd- und Ernteerfolg, bei Initiationen und Jahresfesten in Danksagungsriten Ehrfurcht bekundet, Ehrfurcht bis hin zu der radikalen Auffassung des indianischen (Native American*) Propheten Smohalla, wie Eliade ihn nach Mooney zitiert (5):
„Es ist eine Sünde, ... unsere gemeinsame Mutter durch landwirtschaftliche Arbeiten zu verletzen oder zu schneiden, auseinanderzureißen oder zu zerkratzen. [...] Ihr fordert mich auf, die Erde zu bearbeiten? Soll ich ein Messer nehmen und es in die Brust meiner Mutter stoßen? Wenn ich dann aber gestorben sein werde, wird sie mich nicht mehr in ihrer Brust aufnehmen. Ihr fordert mich auf, umzugraben und Steine zu entfernen? Soll ich ihr Fleisch zerstümmeln, um an ihre Knochen zu gelangen? Dann könnte ich nie mehr in ihren Leib eintreten, um dort wiedergeboren zu werden. Ihr fordert mich auf, Kräuter und Gras zu schneiden und zu verkaufen und mich zu bereichern wie die Weißen? Aber wie könnte ich es wagen, die Haare meiner Mutter abzuschneiden?“
Schon während der Eröffnung des Festes für Mutter Erde setzte eine indianische (Native American*) Medizinradzeremonie unter Leitung des Schamanen Helmut Christof in diesem Sinne ein Zeichen für das ganze Symposion. (vergleiche Kastentext Seite 9)
Die Rituale, die zahlreichen Bilder und Metaphern, die während des Symposions für die Unterdrückung und Ausbeutung der Erde durch den Menschen, aber auch für natürliche Rückeroberungsprozesse entstanden, zeigten neben thematischen Verwandtschaften auch gestalterische Parallelen, nämlich den weitreichenden Einfluß der Arte Povera.
Im Jahre 1967 prägte der italienische Kritiker Germano Celant diesen Begriff für eine Bewegung, die im Zuge der sozialen Utopien der sechziger Jahre die traditionellen Hierarchien des etablierten Kunstbetriebes angriff. Jannis Kounellis, Mario Merz und Joseph Beuys zählen zu ihren Vertretern. Arme, kunstunwürdige Materialien wurden in den künstlerischen Schaffensprozess einbezogen, um die Nähe zwischen Kunst und Alltag vor Augen zu führen (6).
Während des GAIA-Symposions galt natürlichen Materialien das größte Augenmerk. Auf elementarer Stufe wurden ihre Eigenschaften erprobt, in Wechselverhältnisse zueinander gesetzt, ihre ästhetischen Qualitäten erschlossen: etwa die färbende Kraft von Mineralien, Rost oder pflanzlichen Elementen; Sprödigkeit, Starrheit, Biegsamkeit, Formbarkeit von Steinen, Hölzern; ihre Kräfte- und Spannungsverhältnisse, die ihnen innewohnenden Kräfte.
Die Kombination unterschiedlicher Elemente erzeugte Aussagerichtungen und Metaphern. Eisenspäne, Eisen- und Stahlplatten, Eisenringe, eiserne Werkzeuge, Schraubzwingen und metallene Behälter wiesen auf die funktionale Ausbeutung der Erde hin.
Andererseits versinnbildlichten Blüten, Feldfrüchte, Naturfarben und unbehandelte Naturstoffe die unbeeinträchtigten Naturabläufe. Je symbolischer jedoch die Kunst wurde, je zeichensprachlicher und ritueller sie verstanden werden wollte, desto stärker prägte sich ein Kanon gestalterischer Kernelemente aus.
Die Grundfarben Gelb, Rot und Blau sowie Schwarz und Weiß erfuhren ursächliche Bedeutungszuweisungen - ebenso wie die Urformen Kreis, Quadrat und Dreieck. Sie symbolisierten je nach werkinterner Definition Erde, Himmel, Universum und/oder Vorgänge des Schöpfungszusammenhangs; die Spirale symbolisierte weitverbreitet Mütterlichkeit, Zeugung und Unendlichkeit.
Ein Werk wie Rosvita Dürrnagels Heilige Hochzeit wurde durch Kombination immanent definierter Elemente zu einem Bildtext, der nach vorgegebenen Regeln von links nach rechts zu lesen war - Demonstration einer hermetischen Ikonologie, wie sie etwa das Mittelalter kannte und wie sie auch jene Riten bestimmte, die sich in zum Teil abbittender Haltung an die Erde als Subjekt wandten (zum Beispiel bei Sonja Maria Kantig).
Mitunter orientiert an indianischen (bei Gerd Scherm und Friederike Gollwitzer) oder morgenländischen Auffassungen (bei Ike Vogt) wurde dort die Schuld des technisch denkenden Menschen gegenüber der ausgebeuteten Erde konstatiert. Der herrschaftsorientierten Creator-Haltung wurde entsagt, stattdessen der Schöpferstatus der Erde betont - nicht nur Bescheidenheit der Materialien also, sondern auch der Ausführenden. Näherte sich künstlerische Gestaltung damit der Selbstaufgabe, wurde sie zur Nachschöpfung unschuldiger Riten anderer Kulturen?
Eine Relativierung der Schöpferrolle in anderer Weise vollzogen Künstler, indem sie nicht-menschliche Gestaltungsabläufe in ihre Werke einbanden. Inken N. Woldsen wickelte gebrauchte Atemfilter in Baumwolltücher, vergrub sie in der Erde und arbeitete so mit den Wechselwirkungen von chemischen Rückständen, Mineralien und Mikroben, die die Erde in farblicher und materieller Veränderung an der Baumwolle vollzog. Die Erde schöpfte hier de facto mit. Als Leistung des Künstlers erschien die Initiierung eines unerwarteten ästhetischen Potentials.
Ästhetisches Entdecken wurde thematisiert - und damit genau jene Keimzelle der Kreativität, die Joseph Beuys - von vielen Symposionsteilnehmern als Autorität zitiert - jedem Menschen zusprach. Im Extrem gingen künstlerischer Purismus und Minimalismus so weit, nur noch auf (nicht notwendig vom Menschen) Gestaltetes hinzuweisen.
Dorothee Büsse näherte sich dieser Haltung durch Freilegen von Pilz-Hexenringen, die sie durch eine sonnenstrahlenartige Fadenverspannung noch betonte. Auch Simone Heüveldops sinnliche Raumerschließung war eine Nachgestaltung irdischer Gestaltungs- beziehungsweise Kraftfelder, ein Aufzeigen des Vorhandenen, vorher nicht Wahrgenommenen.
In der Regel gingen die künstlerischen Eingriffe jedoch über die weisende Geste hinaus, erst die eigene materielle Gestaltung schuf das Wahrzunehmende. Neue sinnliche Erfahrungen wurden teilweise noch an rituelle Formen gebunden. Die Energieausstrahlung von Wijnand Kollewijns Steinformation konnte man erproben, indem man sich einfach in sie hineinlegte. War der Energiefluß aber an die spiralartig fließende Legung der Steine gebunden oder hätten auch weniger sinnfällige Formationen Energie gespendet? In Cornelia Aberles Erdsprunggrube stellten sich solche Fragen nicht mehr: Hineinspringen und genießen. Natürlich ließe sich hier mit einem gewissen Recht bemerken, ähnliche Genüsse böte jeder Abenteuerspielplatz, nur: wer würde sie dort wahrnehmen - im doppelten Sinne?
Der künstlerische Raum, den der Katalog des GAIA-Symposions nun wahrnehmen lassen möchte, ist in seiner Einteilung ein bewußt schon durchschrittener und kategorisierter. Der Leser kann hier natürlich ebenso frei umherstreifen wie der damalige Besucher des Symposions, alternativ bietet sich aber die kommentierende Kapitelfolge Konfrontation und Annäherung - Rituale - Wahrnehmungsräume als Heranführung für Kunstverlorene an - dies eher als assoziative Herausforderung denn als endgültige Einteilung: Außer Frage steht nur die Fraglichkeit der Kategorien und die Zuordnung der Exponate.
Fraglich mag außerdem die Dokumentation eines Symposions insgesamt erscheinen - wenn man nämlich ein Symposion als ein Ereignis betrachtet, das vor allem aktuelle Wechselwirkungen zwischen Künstlern, entstehenden Kunstwerken und Publikum erzeugen soll, als „eine Zeit des Erlebens, des Fragens, des Rätselns und des Verstehens, der Kommunikation, der Freude, der Trauer, des Lebens, des Denkens, des Fühlens, des Nehmens und Gebens, des Bitten und Dankens, des gemeinsamen Schaffens und Feierns“, wie Reinhard Kreckel es bei der Eröffnung formulierte.
Dies zugestanden hielten wir es doch für einen Verlust, die Ergebnisse solcher Prozesse in Vergessenheit geraten zu lassen. Immerhin bietet sich hier die Gelegenheit, einen größeren Ausschnitt aktuellen Kunstgeschehens beziehungsweise künstlerischer Verfahrensweisen vor Augen zu führen, deren Vielfalt und Unterschiedlichkeit gerade vor dem Hintergrund einer thematischen Vorgabe deutlich zutage treten. Zur Entdeckung und Betrachtung sei nun also ohne viel weitere Worte eingeladen: GAIA bittet ihre Gäste.
(1) James Lovelock: Das GAIA-Prinzip. Die Biographie unseres Planeten. Zürich/ München (Artemis) 1991.
(2) Eduard Eyth (Hrsg.): Hesiods Werke. Theogonie. Berlin (Langenscheidt) o. J. hier S. 8-12.
(3) nach Wolfgang Fauth: Gaia. In: Konrat Ziegler/ Walter Sontheimer (Hrsg.): Der Kleine Pauly. Lexikon der Antike. Stuttgart 1967. Bd 2. Spalten 657f.
(4) Mircea Eliade: La Terre-Mère et les Hiérogamies Cosmiques. In: Olga Fröbe-Kapteyn (Hrsg.): ERANOS - Jahrbuch 1953. Band 22. Mensch und Erde. Zürich (Rhein-Verlag) 1954. S. 57-95. hier S. 65-68.
(5) ebd. S. 57 (Übersetzung hier des Herausgebers)
(6) nach Carla Schulz-Hoffmann: Arte Povera. In: Carla Schulz-Hoffmann (Hrsg.): Mythos Italien. Wintermärchen Deutschland. Die italienische Moderne und ihr Dialog mit Deutschland. München (Prestel) 1988. S. 244.
(Native American*) politisch korrekte Sprachwendung!
Internationales GAIA Symposion der Künste und Wissenschaften 1992
GAIA - Ein Fest für die Erde
Das Internationale Symposion der Künste und Wissenschaften 1992
im Städtedreieck Bochum, Essen und Gelsenkirchen
1992 lud Kulturgut e. V. erstmalig zu einem Symposion, bei dem über 150 Künstler-innen, Schaman-inn-en und Wissenschaftler-innen verschiedenster Sparten und Länder 17 Tage ein, ein Fest für die Erde zu inszenieren.
Sie setzten Zeichen, die Fragestellungen in Bezug auf die Beziehung des Menschen zu Erde aufwerfen, Probleme aufzeigen, Lösungsansätze herausfordern.
Die entstandenen Objekte, Installationen, Vorträge und Performances, wurden in einer Langzeit Open Air Ausstellung zum großen Teil der Vergänglichkeit übergeben, deren Dokumente aber werden von der Edition Kulturgut in neuer Form aufbereitet.
Demnächst hier als Online-Katalog mit Bild und Videobeiträgen. In diesem Zusammenhang:
Engagierte Praktikant-inn-en oder Helfer-innen mit einschlägigen Vorerfahrungen sind willkommen. - Work in progress. -
Auf den nächsten Seiten schon einige inhaltliche Impressionen aus dem Event 2002,
auf Seite 2: Die Einführung in die Dokumentation, einen Artikel von Thomas Schmidt
auf Seite 3: Die Eröffnungsrede zum 1. Internationalen GAIA Symposion 1992 von Reinhard Kreckel
auf Seite 4: Das Werkverzeichnis der beteiligten Künstler-innen




